Offener Brief an SWK


geschrieben am: 27.06.2016 in Kategorie(n): BZV

* Wolfgang Eitze * Schulstraße 126 * 47839 Krefeld *
Herrn Guido Stilling
Geschäftsführer SWK mobil
St.-Töniser-Straße 270
47803 Krefeld

 

Offener Brief

 

27.06.2016

Sehr geehrter Herr Stilling!

Eine alte Bauernregel besagt, dass man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten soll, aber:
keine Regel ohne Ausnahme. Und diese Ausnahme besteht in Hüls.
Die mit viel Brimborium zum 1. Mai vorgestellten neuen Ortsbusse 045 und 049 anstelle des einen Ringbusses in Hüls sind schon nach wenigen Wochen der Erprobungsphase ohne Wenn und Aber gefloppt.
Wie zahlreiche Hülser Bürger, die sich bei mir darüber beschwert haben („was habt ihr denn da wieder für einen Mist beschlossen“), sehe auch ich die Ursache dafür in der Einführung des Pendelverkehrs unter Außerachtlassung einer sinnvollen Querverbindung im Hülser Norden von Hüls-West (Wohngebiet ‚Leidener Straße‘) nach Hüls-Ost (‚Cäcilien-Klinik‘) mit Kontaktierung des Hülser Friedhofes. Zur Zeit wird einer betagten Witwe, die z.B. in der ‚Brachter Straße‘ wohnt, ein inakzeptabler Fußmarsch „von nur 300 Meter“ (wer auch immer das ausgemessen haben will; es ist viel, viel weiter) zum Friedhof zugemutet oder aber die „bequeme“, halbstündige Stadtrundfahrt mit dem 049er Bus in den Hülser Süden und Umsteigen in den 045 zurück in den Norden.
Und das Ganze auf dem Rückweg noch einmal.
Gleiches gilt für körperbehinderte Bürger, die zum Krankenhaus müssen.
Bereits im Herbst 2014, als dieses Projekt zum ersten Mal von Ihnen, Herr Stilling, in der Hülser Bezirksvertretung vorgestellt wurde, reklamierte ich dieses Manko. Das jetzige Resultat lässt sich bei einem Besuch der Außen-gastronomie rund um den Hülser „Dom“ und den Hülser Markt gemütlich bei einem Bierchen beobachten: der Ringbus 045, der alle halbe Stunde von der ‚Kreuzstraße‘ um die Ecke in die ‚Rektoratsstraße‘ biegt, ist ein Geisterbus – null Fahrgäste.
Dem 049 ergeht es nicht anders, ausgenommen morgens kurz vor Schulbeginn und mittags kurz nach Schulschluss: dann ist dieser Bus zweimal am Tag picke-packe voll, mit Schulkindern. Ansonsten können aus dem Fahrkartenverkauf noch nicht einmal die Kosten für die Betriebsstoffe gedeckt werden.
Worin kann der Sinn bestehen, dass der eine Bus (049) zwei mal 1 Minute auf seine Abfahrtszeit warten muss, während der andere (045) seine Rundenfahrzeit nicht einhalten kann?
Dabei liegt die Lösung doch auf der Hand und es ist mir völlig unverständlich, wieso hochbezahlte Mitarbeiter der SWK mobil, deren Aufgabe es sein sollte, sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln, dies einfach übersehen oder ignorieren: zwei gegenläufige Orts-/ Ringbusse.Der 045 fährt wie bisher vom ‚Steeger Dyk‘ über Krankenhaus bis zum Südportal des Friedhofes. Dort dreht er allerdings nicht um, sondern fährt weiter über ‚Am Mariengraben‘ (nördlicher Abschnitt) und die ‚St. Huberter Landstraße‘ zur ‚Leidener Straße‘. Hier nimmt er dann den (alten) Rückweg des 049er Busses auf und fährt über die ‚Dünkirchener Straße‘ zum Schulzentrum, weiter über die ‚Kempener Straße‘ und ‚Schulstraße‘ zur Haltestelle der StraBa 044 am ‚Steeger Dyk‘.
Der 049 fährt im Gegenuhrzeigersinn wie bisher zur Kreuzung ‚Dünkirchener Straße‘ mit der ‚Leidener Straße‘, dann aber über die ‚St.-Huberter Landstraße‘ und ‚Am Mariengraben‘ zum Südportal des Friedhofes, weiter über Krankenhaus, usw. Ihre Behauptung „Leider ist verkehrstechnisch keine Querung der ‚St.-Huberter Landstraße‘ in diesem Bereich möglich“ ist völlig aus der Luft gegriffen und wurde in der BZV Hüls nie diskutiert. Innerhalb des Wohngebietes ‚Leidener Straße‘ wäre eine alternative, kürzere Fahrstrecke möglich, falls es zeitliche Probleme gibt (siehe Anlage).
Gleichzeitig wird dabei die Frequentierung der jeweiligen Haltestellenbereiche verdoppelt,der Hülser Fahrgast kann rechts- oder linksrum fahren, ein weiterer, echter Fortschritt.
Und jetzt erfolgt noch die Lösung des ‚Gordischen Knotens‘: die SWK mobil hat den Vorschlag der gegenläufig fahrenden Busse bisher abgelehnt, weil diese sich an einer verkehrstechnisch „unverträglichen Stelle“, sprich in einer sehr schmalen Straße, begegnen würden. Eben nicht, wenn es richtig angepackt wird:
der Ortsbus 049 verlässt die Haltestelle ‚Hüls Friedhof‘ exakt zur selben Zeit in Richtung Osten wie der Bus 045 die Haltestelle ‚Am Porthspick‘ in Richtung Westen und fährt gerade über die Kreuzungen mit der ‚Tönisberger –´ und ‚Klever Straße‘ direkt in den ‚Boomdyk‘. Damit wird ausgeschlossen, dass sich die beiden Busse jemals begegnen. Diese, nennen wir sie Nullabfahrtzeit, wird von Ihren Fachleuten so koordiniert, dass die beiden Busse zu einer sinnvollen Zeit am ‚Steeger Dyk‘ eintreffen und mit der Ankunfts- bzw. Abfahrtzeit der StraBa 044 harmonieren, indem der „frühere“ Bus kurz vor Abfahrt der StraBa nach Krefeld am ‚Steeger Dyk‘ eintrifft, der „spätere“ zur Ankunft der 044 aus Krefeld.
Und verlegen Sie bitte asap die 045er Haltestelle ‚Hülser Markt‘ weg vom ‚Kaiser´s‘-Supermarkt auf die andere Seite zwischen ‚Krefelder Straße‘ und ‚Schulstraße‘. Jetzt wird ’böses Blut‘ produziert. Außerdem wird das absolute HV permanent ignoriert und es ist für ‚Kaiser´s‘ geschäftsschädigend.

Bitte zeigen Sie Größe und korrigieren Sie diese Missverständnisse.
Bitte beenden Sie schnellstens die Umweltverschmutzung durch hin und her fahrende leere Omnibusse. Es ist dringend geboten, diese Geldvernichtung nicht wie geplant bis 2017 weiter fortzusetzen. Es ist stattdessen unbedingt ein Umdenken und eine sofortige Änderung des temporären Versuchsmodells notwendig.
Bitte entscheiden Sie sich für einen erfolgversprechenden Neuanfang einer bisher wenig sinnvollen Aktion, bevor die Angelegenheit endgültig zur Totgeburt wird.

Und den Vorschlag mit dem ‚Hüls-Ticket‘ hatte ich Ihnen schon vor zwei Jahren unterbreitet …

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Eitze
Mitglied der BZV Hüls

Anlage: Neue Streckenführung