Ein Wort noch zur Granate


geschrieben am: 13.02.2016 in Kategorie(n): Presse


„Granate auf deutsches Asylbewerberheim geworfen“ überschrieb die seriöse britische BBC die Nachricht
aus Villingen-Schwenningen. So stand es in „TIME“ (USA), genauso wie in der „Aargauer Zeitung“.
Ausländerhass stand für die meisten Kommentatoren als Motiv der Tat fest:
Justizminister Heiko (Mittel)Maas (SPD),
B-W Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) – „das ist wirklich unfassbar,
dass jetzt schon mit Handgranaten, quasi militärischen Waffen, auf Asylsuchende losgegangen wird“
– und dessen Herausforderer Guido Wolf (CDU) – „Anschlag gegen die Menschlichkeit“.
Eine Soko …
Vier Tatverdächtige wurden festgenommen, Pass-Deutsche osteuropäischer Herkunft.
Augenscheinlich lag dem Handgranatenwurf ein Konflikt innerhalb der Sicherheitszone zu Grunde.
Die Staatsanwaltschaft Konstanz legt Wert auf die Feststellung,
sie habe von Anfang an in alle Richtungen ermittelt.
Ein fremdenfeindlicher Tathintergrund wird ausgeschlossen.

(Quelle: FOCUS 07/2016, Rubrik: Editorial, Ulrich Reitz, Chefredakteur)

Wusste das jemand?
Hat einer von den „Kommentatoren“ (s.o.) einen entsprechenden Widerruf abgegeben?
Tagesschau? heute? WORT-Zeitung?
Ergänzender Kommentar WE

 

Die Hetzer haben sich verhetzt.

Ausländerfeindliche Ausländer bringen deutsche Politiker in die Wählerverdächtigungsbredouille.
Online-Tagebuch der Mitglieder des publizistischen Netzwerks „Die Achse des Guten

Eine Handgranate ohne Zünder geht nach hinten los

„Anhaltspunkte für eine fremdenfeindliche Tat gibt es demnach nicht.
Die Männer hätten überwiegend einen osteuropäischen Migrationshintergrund, teilten die Ermittler mit“.

#Handgranate – ein einziger Generalverdacht durch Politiker aller Couleur:

SPD/ Heiko Maas: «Die Täter dürfen nicht ungestraft davon kommen»,
twitterte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) unter dem Hashtag #Handgranate.
(Heiko, davonkommen wird zusammengeschrieben, auch bei Twitter)
DIE LINKE/ Bernd Riexinger: Der Anschlag auf die Flüchtlingsunterkunft im badenwürttembergischen
Villingen-Schwenningen war systematische rechte Gewalt und ein weiteres Beispiel
für das Versagen von Justiz und Regierung, erklärt der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Bernd
Riexinger. Die rechte Szene befindet sich seit Monaten im Kriegszustand. Vor den Augen der Polizei, den
Medien und der Politik hat sich rechtsextreme Gewalt im vergangenen Jahr vervielfacht. Die
Begleitmusik zu Brandsätzen gegen Flüchtlingsunterkünfte liefern jede Woche die braunen Aufmärsche
Gida-Volksverhetzer.
DIE GRÜNEN/ Winfried Kretschmann: Politiker sprechen bundesweit von einer neuen Dimension der
Gewalt. «Also das ist wirklich unfassbar, dass jetzt schon mit Handgranaten – quasi mit militärischen
Waffen – auf Asylsuchende losgegangen wird», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
DIE GRÜNEN/ Volker Beck: Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck, innenpolitischer
Sprecher, bezeichnete die Tat als «Straßenterror» und forderte einen Gipfel im Kanzleramt mit
Diskussionen, «die am Wohl und Schutz der Flüchtlinge orientiert sind und nicht nur an deren Abwehr».
CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf nannte die Attacke einen „Anschlag gegen die Menschlichkeit“. Die
Tat müsse mit der ganzen Härte des Rechtsstaates verfolgt und bestraft werden.
Der Anschlag habe ihn zutiefst erschüttert, sagte der Freiburger Vizeregierungspräsident Ficht.
«Zumal es eine Handgranate ist, die auch im Kriegsfall verwendet wird. Und das in einer Umgebung, in
der wir eine Einrichtung betreiben, die Menschen Schutz bieten sollen, die vor so einer Situation geflohen
sind. » Wie es den betroffenen Flüchtlingen im Moment gehe, könne er nicht genau sagen, erklärte Ficht.
Seine Mitarbeiter hätten aber Kontakt mit Asylbewerbern gehabt, die Lage sei ruhig.

Und nun? Ausländerfeindliche Ausländer bringen deutsche Politiker in die Wählerverdächtigungsbredouille.
Die Hetzer haben sich verhetzt.
Schwamm drüber! Entschuldigungen wird es nicht geben. Ich hasse es, Recht gehabt zu haben.
Das ist es, was am meisten weh tut:

Das mangelnde Schuldbewusstsein dieser Vorverurteiler.
Ihr Mangel an Empathie dem eigenen Volk gegenüber.
Der Mangel an Vertrauen der Politik zu den Wählern.
Der Mangel an Respekt der Medien gegenüber den Lesern und Zuschauern.