Eine deutsche Liebe


geschrieben am: 06.10.2016 in Kategorie(n): Presse


Eine deutsche Liebe
Über die braunen Wurzeln der Grünen … (Von Peter Bierl und Clemens Heni)

Umweltschutz, Öko und Bio sind gut, weil gesund und irgendwie links. Zu diesem Image beigetragen haben die Anti-AKW-Bewegung und Leute, welche die Grünen in ihrer Frühzeit mit Forderungen nach Austritt aus der NATO, Abschaffung des § 218 und Pullover stricken oder einem weiblichen Fraktions-vorstand im Bundestag prägten.
Dass ehemalige NSDAP-Mitglieder wie Baldur Springmann und Werner Vogel oder der neurechte Propagandist Henning Eichberg bei der Gründung der Grünen aktiv waren, geriet rasch in Vergessenheit. Zwar gibt es eine ideologiekritische Forschung zur Geschichte des Naturschutzes, welche sich mit der braunen Tradition des Umweltschutzes beschäftigt, der im Kaiserreich als Heimatschutz und völkische Lebensreformbewegung begonnen hatte. Historiker wie Joachim Radkau und Frank Uekötter bekämpften jedoch diese Ansätze – mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums. Nur wenige Journalisten und Wissenschaftler interessieren sich für die NS-Vergangenheit prominenter Umweltschützer oder den Gehalt des Geredes über Ganzheit, ewige Naturgesetze und organische Gemeinschaften. Diese Ideen entstanden in völkisch-esoterischen Zirkeln des Fin de siècle, wurden vom Nationalsozialismus aufgegriffen und finden sich heute noch in der Umwelt- und globalisierungskritischen Bewegung.
(…)
Aufgrund dieser Vorgeschichte hätte aus den Grünen eine rechtslastige Ökopartei werden können. Als ab 1977 erste grüne Listen zu Kommunalwahlen antraten, (…), dominierten (…) Fans des ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Herbert Gruhl, der das Bevölkerungswachstum in der dritten Welt für eine Ursache der Umweltzerstörung hielt, (…). In Baden-Württemberg mischte der wichtigste Ideologe der sogenannten Neuen Rechten, Henning Eichberg, mit, (…)

Quelle: (Konkret 1/ 2008)

 

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