Leserbrief eines mündigen Bürgers


geschrieben am: 23.02.2017 in Kategorie(n): Presse


RP vom 23.02.2017, Leserbriefe C7, „Dummheit – Hymnen-Eklat

Grundsätzlich schließe ich mich der Meinung des Lesers Erich Krappen aus 41844 Wegberg an,   dass es einfach nur Dummheit der Amerikaner war und daraus keine Provokation oder Respektlosigkeit gedeutet werden sollte. Mich stört allerdings der Staub, der wegen dieses Ereignisses in der deutschen Presse und Öffentlichkeit aufgewirbelt wurde. In der Vergangenheit  kam es immer wieder vor, dass bei Ehrungen bundesdeutscher und später gesamtdeutscher Sportlern die DDR-Spalterflagge mit Hammer und Zirkel gehisst wurde oder „Auferstanden aus Ruinen“ als bundesdeutsche Nationalhymne intoniert wurde. Das war früher allenfalls eine Randbemerkung wert, aber nicht so ein Brimborium, wie dieses Mal. Außerdem wurde niemand mit „Nazi-Texten“ konfrontiert. Schließlich lebte Hoffmann von Fallersleben von 1798 bis 1874, da gab es die Nazis noch gar nicht. Und das „Deutschland über alles …“ ist nun mal die erste Strophe des ‚Liedes der Deutschen‘.
Von Helene Fischers „Arbeitslos“ durch die Nacht‘ kennen viele auch nur die erste Strophe.

„Die politische Bedeutung Hoffmanns bestand im Kampf für die verloren gegangenen bürgerlichen Freiheiten und in den Bestrebungen zur Schaffung eines geeinten deutschen Vaterlandes. Letzteres geschah vor allem durch sein Deutschlandlied/ Lied der Deutschen, das seinerzeit von Studenten und freiheitlich gesinnten Bürgern begeistert gesungen wurde. Am 1. Mai jeden Jahres, dem Gedenktag des Amtsantritts Hoffmanns als Bibliothekar in Corvey (1860), wird im Kaisersaal des Schlosses Corvey die Hoffmann-von-Fallersleben-Medaille an eine Persönlichkeit verliehen, die sich besonders für die Einheit Deutschlands eingesetzt hat.“ Am Weimarer Verfassungstag des Jahres 1922, dem 11. August, wurde das Lied der Deutschen vom ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) zur Nationalhymne bestimmt. Zur Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) wurde nur noch die erste Strophe gesungen, auf die das nationalsozialistische Horst-Wessel-Lied folgte.“ (nicht so der amerikanische Tenor) „Nach 1945 kam es zu Diskussionen über die weitere Verwendung des Liedes, bis 1952 ein offizieller Briefwechsel zwischen Bundespräsident und Bundeskanzler dahingehend entschied, dass Das Lied der Deutschen die Nationalhymne blieb, zu offiziellen Anlässen jedoch nur die dritte Strophe gesungen werden solle. Nach der Wiedervereinigung wurde im Jahr 1991 in einem weiteren Briefwechsel zwischen Bundespräsident und Bundeskanzler die dritte Strophe zur Nationalhymne Deutschlands erklärt.“
(Quelle: Wikipedia)

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Eitze
Schulstraße 126
47839 Krefeld