Neubaugebiet ‚Fette Henn‘ in Hüls vor dem Aus


geschrieben am: 13.04.2017 in Kategorie(n): BZV

Das von Bezirksvorsteher Butzen und seiner politischen Mehrheit in der Hülser Bezirksvertretung gegen den Willen der meisten Grundstückseigentümer und Anwohner in Hüls Nordost geplante und forcierte „ökologisch orientierte“ Bauvorhaben im Sinne einer „behutsamen Innenentwicklung“ im Bereich ‚Fette Henn‘, ‚Kretenbäskesweg‘, ‚Hinter der Papenburg‘ sowie ‚Klever Straße‘ (B-Plan 550) steht vor dem Aus. Der Grund dafür ist ein alter jüdischer Friedhof, der sich auf dem Areal befindet. Wie der parteiunabhängige Hülser Bezirksverordnete Wolfgang Eitze belegt, erfolgte der notariell beglaubigte Verkauf durch den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein seinerzeit mit der vertraglichen Auflage, der neue Eigentümer „benutzt den gesamten alten Friedhof als Baumplantage und verpflichtet sich, auch diesen Teil nach Erwerb nicht als Bauland zu verwenden“.
Weiterhin hatte der Landesrabbiner Dr. Lipschütz nach Prüfung erklärt, „dass dieser Teil ohne Exhumierung abgegeben werden kann“. Somit muss davon ausgegangen werden, dass auf beiden Parzellen des alten Friedhofes keine Exhumierungen stattgefunden haben. Es liegt daher die Vermutung nahe, dass sich im Boden noch Grabstätten mit den Gebeinen verstorbener Juden befinden. Hier greift jetzt das Gesetz des Judentums: „Ein jüdischer Friedhof ist ein Friedhof mit Besonderheiten, die sich aus den Gesetzen des Judentums ergeben. So ist die Erdbestattung üblich, die dauerhafte Totenruhe gilt als verbindlich und steht einer begrenzten Ruhefrist entgegen.“. Dadurch steigen erheblich die Chancen auf Erhaltung eines jahrzehntelang gewachsenen biotopischen Kleinodes und die grüne Lunge von Hüls wird vor einer „ökologischen“ Zubetonierung bewahrt.

Auch das WDR-Fernsehen berichtete am 12.04.2017 in der Lokalzeit aus Düsseldorf darüber.

Stellungnahme der jüdischen Gemeinden von Nordrhein
(alle Schriftstücke liegen ungeschwärzt vor)

Krefelder findet Grabsteine im Garten
(Quelle: WZ vom 08.06.2017)

Laut Hygienerichtlinie des Landes NRW ist diese Fläche für Bestattungszwecke völlig ungeeignet,
weil die bestatteten Körper sich die längste Zeit des Jahres im Wasser befinden und somit zur
Wachsleichenbildung neigen. Bei einer Wachsleiche ist das Körperfett nach außen getreten und
verhindert so die Verwesung u.U. über hunderte von Jahren.
Da es sich bei dem geplanten Baugebiet zu einem großen Teil um einen Jüdischen Friedhof handelt
und laut Angabe der Jüdischen Gemeinde die letzten Bestattungen dort zu Beginn des vorigen
Jahrhunderts stattfanden und definitiv keine Exhumierungen vorgenommen wurden, besteht eine
gewisse Wahrscheinlichkeit, dass man bei Ausschachtarbeiten auf Leichenteile oder ganze Leichen stößt.

Gartengelände (Quelle:WZ, modifiziert W.E.)

Hülser Urkataster von 1826 (Repro: WZ)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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